Digitalisierung Chancen und Herausforderungen für den sozialen Bereich

Digitalfunk im Katastrophenschutz, Drohnen zur Orientierung bei Sanitätsdiensten von Großveranstaltungen, Tourenplanung in der ambulanten Pflege, der Austausch zwischen Kund/innen und Mitarbeiter/innen über digitale Kanäle und vieles mehr: Produkte, Dienstleistungen und Kommunikationswege, die durch digitale Technik entstanden sind, wirken sich auf alle Menschen und so auch auf die Arbeit des Arbeiter- Samariter-Bundes aus.


Technik verantwortungsbewusst entwickeln und einsetzen

Bislang ist schwer abzuschätzen, wie sich die Arbeitswelt und das gesellschaftliche und zwischenmenschliche Zusammenleben in den nächsten Jahrzehnten gestalten werden. Der ASB betrachtet es als Chance und gleichzeitig als Herausforderung, die weitreichenden Auswirkungen der digitalen Entwicklungen mitzugestalten. Er orientiert sich dabei an den Bedürfnissen der Menschen und an seinen Werten als Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation.

Der ASB sieht Möglichkeiten, durch die Digitalisierung und den technischen und medizinischen Fortschritt seine Dienste weiterzuentwickeln, neue Arbeitsplätze zu schaffen und innovative Leistungsbereiche zu etablieren. Er sieht aber auch die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der sich immer weiter beschleunigenden technologischen Entwicklung Werte wie Humanität, Solidarität und Respekt als tragende Säulen unserer Gesellschaft zu erhalten und weiter auszubauen.

Nicht alles, was technisch möglich ist, muss auch gut für unsere Kund*innen, Mitarbeiter*innen und letztendlich für die Gesellschaft sein, die Folgen von technologischen Entwicklungen gehören deshalb in den Fokus einer umfassenden gesellschaftlichen Debatte. Der ASB kooperiert mit Wissenschaft (Fachhochschule Bielefeld) und Wirtschaft (z.B. Softwareunternehmen, Start-ups), um die Chancen und Herausforderungen von Digitalisierung ganzheitlich zu beleuchten und über den Einsatz von Technologien informiert zu entscheiden.

Der ASB NRW beleuchtet daher die ethischen und sozialen Implikationen von digitalen Technologien und befasst sich mit den Rahmenbedingungen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Digitalisierung beim ASB in Nordrhein-Westfalen.

Digitalisierungs-News

Digitalisierung und die Auswirkungen auf Mitarbeiter*innen

Am 21.05.2019 hat Dr. Birte Schiffhauer, Referentin für Digitalisierung des ASB NRW e.V., ein Konzept für die Untersuchung von Technostress im Sozialwesen im Rahmen des ASB NRW-Digitalisierungsprozesses vogestellt.

Im Rahmen der Tagung "Digitalisierung der Arbeit im Gesundheits- und Sozialsektor. Formen, Spannungsfelder und Gestaltungsherausforderungen" in Gelsenkirchen referierte sie zu den Erkenntnissen, die der ASB in NRW mit Digitalisierung im Sozialwesen gewonnen hat. Der Vortrag, der in Zusammenarbeit mit Dr. Anna Lena Rademaker entstand, trug den Titel "Digitalisierung im Sozial- und Gesundheitswesen - Identifikation von Veränderung und ihre Auswirkungen auf die Mitarbeiter*innen". Gemeinsam mit der anwesenden Fachcommunity wurden dabei die zentralen Aspekte von digitalen Technologien konstruktiv diskutiert, insbesondere auch von solchen, die als positiv wahrgenommenen werden.

Organisatoren der Tagung waren das Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (FGW) Düsseldorf, das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen sowie das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen.

„Digital vor analog“ als das neue „ambulant vor stationär“ müsse – so eine zentrale Diskussionslinie –  von Gesundheits- und Sozialwesen kritisch reflektiert und gestaltet werden. Saskia Freye vom FGW betonte: „Viele der aktuell diskutierten Themen sind nicht neu. In diese Debatten können Forschung und Praxis ihre Erkenntnisse, Erfahrungen und Expertise offensiv einbringen.“ Ein Risiko sahen die Tagungs-Teilnehmer*innen darin, dass aktuelle und zukünftige Perspektiven auf Digitalisierung in der Arbeit selten wirkungsbezogen, sondern meist technologiegetrieben praktiziert werden könnten.

Weitere Informationen zur Digitalisierung im Sozialwesen und Informationen des ASB NRW zu diesem Thema finden Sie hier.

Foto: ASB NRW e.V.

Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung Stimmen aus dem ASB in NRW

Dr. Georg Scholz, Vorsitzender des ASB NRW

„Mit seiner Digitalisierungsstrategie möchte der ASB NRW sich nicht nur inhaltlich, serviceorientiert und strukturell weiterentwickeln, sondern auch einen Beitrag dazu leisten, Werte wie Selbstbestimmung, Solidarität und Respekt als tragende Säulen unserer Gesellschaft bei der sich immer weiter beschleunigenden technologischen Entwicklung zu erhalten und weiter auszubauen.“
 

Dr. Stefan Sandbrink, Geschäftsführer des ASB NRW

„Es geht darum, die soziale Infrastruktur in einem zunehmend digitalen Umfeld zu gewährleisten und auszubauen. Das sehen wir als eine der großen Aufgaben für uns als ASB. Dabei ist uns wichtig, die Positionen der Sozialverbände bei der Digitalisierung in der Debatte deutlich herauszuarbeiten, auch weil der soziale Sektor zu den großen Arbeitergebern und Dienstleistern in Deutschland zählt.“
 

Dr. Birte Schiffhauer, Referentin für Digitalisierung beim ASB NRW

„Die Digitalisierung transformiert unsere Gesellschaft in immer schnellerem Maße. Ihre Chancen sind oft ungleich verteilt, gleichzeitig gibt es ein deutliches Risiko sozialer Spaltung. Dem gilt es frühzeitig entgegenzuwirken. Die ethischen und sozialen Implikationen von Digitalisierung müssen ganzheitlich beleuchtet werden, um über den Einsatz von Technologien informiert entscheiden zu können.“

Beispiele für Digitalisierung beim ASB in NRW

Ansprechpartner*in

Frank Hoyer Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Projektleitung `Sozial macht Schule´ (SMS)

Landesgeschäftsstelle
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